Von der Problem- zur Lösungs-Orientierung

An Elterngesprächen, an denen Probleme in der Schule besprochen werden (schwierige Schulsituationen), passiert es oftmals, dass der Hauptanteil der Sprechzeit bei der Lehrperson liegt und die Eltern sich anhören (müssen), was bei ihrem Kind in der Schule alles nicht gut läuft und verbessert werden muss (eher monologisch geprägtes Gespräch). Dies kann Eltern in eine Defensive und in Zugzwang bringen, Unzufriedenheiten mit Widerstände hervorrufen und birgt ein Konfliktpotenzial, denn schliesslich wollen sie ihrem Kind ja zeigen, dass sie als Eltern für sie da sind und für sie einstehen.

Die Schule und die Eltern wollen jedoch im Grunde dasselbe Ziel erreichen, nämlich eine gute Entwicklung der Kinder/Jugendlichen. Die Chance, dass dieses Unterfangen gelingt, ist wesentlich besser, wenn Eltern und Lehrpersonen zum Wohle der Kinder/Jugendlichen zusammenarbeiten. Dazu bracht es eine sachliche Kommunikation auf Augenhöhe (Dialog). 

Die FraSaLö-Methode zielt darauf ab, dass vor allem die Schüler*innen und Eltern reden und ein lösungsorientierter Dialog und eine Positiv-Spirale entsteht. Die Hauptaufgabe der Lehrperson besteht bei der Lenkung des Gesprächs, indem sie Fragen stellt, aktiv zu hört, sich ein Bild der Gesamtsituation verschafft, zusammenfasst und Lösungsideen von den Schüler*innen und Eltern einfordert sowie Unterstützung seitens der Schule anbietet. Dies entlastet die Lehrpersonen, aber auch die Eltern.


Die drei Phasen des Elterngesprächs nach FraSaLö-Methode

Fragen = Analyse-Phase

In der Analyse-Phase geht es darum, der Familie (die richtigen) Fragen zu stellen und zuzuhören, um einen Überblick zur Gesamtsituation des Kindes/Jugendlichen zu erhalten, aber auch um Frust, Unzufriedenheiten oder Kritik seitens der Familie entgegen zu nehmen. 

Sagen = Problemorientierungs-Phase 

Bei der Problemorientierungs-Phase spricht die Lehrperson die Probleme seitens der Schule durch sachliches, aber direktes und unverblümtes Sagen an (Sagen, was Sache ist.) und erfragt die Gründe dafür.

sen = Lösungsorientierungs-Phase

Bei der Lösungsorientierungs-Phase geht es nach dem Motto: "Echte Lösungen sind es dann, wenn alle Beteiligten diese auch als Lösungen erachten." Gemeinsam wird das dringendste Problem ausgewählt und realistische sowie erreichbare sungen dafür vereinbart. Diese werden nach überprüfbaren SMART-Zielen im Gesprächsprotokoll festgehalten, unterschrieben und in nützlicher Frist wieder gemeinsam überprüft.


Zeitbedarf und Trainingsablauf

Das Training dauert zwischen 3 - 4 Stunden und passt ideal in einen Lehrer: innen-Weiterbildungs-Halbtag / Qualitäts- und Schulentwicklungshalbtag.

Geübt wird das Schulische-Elterngespräch nach FraSa-Methode mittels Rollenspielen. Allen Teilnehmenden wird eine Rolle zugewiesen mit beschriebenen Verhaltensmustern und spezifischem Hintergrund-Wissen: Klassenlehrperson, Mutter, Vater, Kind/Jugendliche(r), Beobachter: in 

Schritte Inhalt Zeit (Min.)
1 Einführung 20
2 Rollenverteilung und Einarbeitung gemäss Expert*innen-Gruppen (Kooperatives Lernen) 15
3 Trainingsdruchlauf 1: Durchführung eines Elterngesprächs (Rollenspiel) 45
4 Reflexion in den Rollenspiel-Gruppen 15
5 Reflexion in den Expert: innen-Gruppen 10
6 Reflexion im Plenum / Erkenntnisaustausch / Fragen / Hinweise 10
Pause
7 Rollen- sowie Gruppenwechsel und Einarbeitung 10
8 Traningsdurchlauf 2 (Konsolidierung): Durchführung zweites Elterngespräch (Rollenspiel) 45
9 Reflexion im Plenum / Fragen 15
10 Feedback & Abschluss 10

Hinweise

Bei zwei Rollenspieldurchläufen à Gruppen von 5 Personen werden nicht alle Lehrpersonen in die Rolle der Klassenlehrperson (Gesprächsleiter: in) schlüpfen können. Primär werden die Klassenlehrkräfte im Rollenspiel diese Funktion übernehmen. Die Erfahrung zeigt aber, dass es für Lehrkräfte genau so lernreich und spannend sein kann, wenn sie die Perspektive für einmal wechseln dürfen und ein Schulisches-Elterngespräch durch die "Brille" einer Mutter, eines Vaters oder einer Schülerin/eines Schülers erleben können.